Sarah holt bei der U20-EM Silber PDF Drucken E-Mail
Wettkämpfe
Geschrieben von: Johannes Gathen   
Sonntag, den 19. Juli 2015 um 08:26 Uhr

European Junior Championship 2015
Sarah Schmidt zum zweiten Mal im Nationaltrikot

altEskilstuna, eine kleine Stadt in Mittelschweden, war vom 16. - 19.07. das Zentrum der europäischen Jugendleichtathletik. Die Länder Europas hatten ihre größten Talente hierhin entsandt - rund 1000 jungen Athleten. Ihr Weg in Schweden ging über Vorkämpfe und Halbfinals in die Finals, wo es dann im Kampf um die Medaillen und die europäische Krone der Junioren (U20) zu den finalen Entscheidungen kam. Die deutschen Farben durfte dabei Sarah Schmidt (LAZ/TSN) vertreten. Das 800-m Talent aus Süchteln war eine von drei 800-m Läuferinnen, die der DLV in sein 91 Personen starkes Team aufgenommen hatte. In einem spannenden Finallauf erkämpfte sich Sarah Schmidt mit einem starken Finish die Silbermedaille in 2:04,55 min.

Sarah, die sich ihr EM-Ticket mit starken Läufen und einer Bestzeit von 2:02,19 min. redlich verdient hatte, fuhr mit großen Ambitionen zur EM. Bei ihrem zweiten Einsatz im Nationaltrikot wollte sie unbedingt ins Finale. Ein Erlebnis, welches ihr 2014 bei der U20-WM in Eugene/USA noch verwehrt blieb. Und obwohl sie mit einer der besten Zeiten in Schweden anreiste, hieß es für Sarah den Vorlauf konzentriert anzugehen. Da es drei Vorläufe mit 22 Athletinnen gab, fielen die Halbfinals aus. Nur Acht Läuferinnen kamen nun eine Runde weiter - direkt ins Finale. Die Konkurrenz lag von den Zeiten her dicht beieinander und in dieses Finale wollten alle, wodurch es zu ungewohnten Taktiken und "Favoritenstürzen" kommen konnte. Daher war der jungen Athletin in den Tagen zuvor die innere Anspannung anzumerken. Doch beim Aufwärmen und in der Startaufstellung versprühte Sarah dann viel Selbstbewusstsein.

Sarah läuft souverän ins Finale

Mit dem Startschuss kontrollierte sie das Rennen und schob sich nach der Startphase geschickt an Position zwei.  Sie ließ die Britin Mhairi Hendry Tempo machen, während sich hinter den beiden das übrige Feld eng aufreihte. Kurz vor Beginn der zweiten Runde, die in 62,9 sec. Durchlaufen wurde, übernahm Sarah dann die Führung und zog das Tempo ein wenig an. Sofort riss ein kleine Lücke und nur Hendry konnte an Sarahs Fersen bleiben. Die beiden vergrößerten nun sukzessive den Vorsprung auf das Feld und eingangs der Zielgeraden waren es ein sicherer Vorsprung auf die Verfolgerinnen. Nach einem kurzen Blick über die Schulter wußte Sarah dass sie nunmehr nicht mehr alles geben mußte und brachte kontrolliert laufend den Vorlaufsieg in 2:05,85 min. sicher nach Hause. Nun galt es, sich zu regenerieren und den wettkampffreien Tag vor dem Finale mit einer kleinen Trainingseinheit zu überbrücken und die Muskulatur nicht müde werden zu lassen.

Medaillentraum wird wahr: Sarah läuft auf Silberrangalt

In der Nacht vor dem Finale konnte die junge Mittelstrecklerin erstaunlich gut schlafen. Zuversichtlich startete sie in den Finaltag Gemeinsam mit ihrem Trainer hatte Sarah mehrere mögliche Rennvarianten durchgespielt und sich eine Taktik zurecht gelegt. Nun galt es, die Wettkampfspannung bis zum Startschuss aufzubauen. Dies gelang Sarah vortrefflich. Sichtlich selbstbewusst und fokussiert trat sie an die Startlinie. Ihr wurde die für sie optimale Bahn 4 zugwiesen, die stärksten Konkurrentinnen direkt neben und vor sich. Sarah ging die ersten 150-m forsch an und erwartungsgemäß lief die Belgierin Renee Eyckens mit und auch die Jahresschnellste, die Isländerin Anita Hinriksdöttir, die am Start erst verhalten anlief, schloss bis zur zweiten Kurve zu dem Duo auf. Sarah nahm nun kurz das Tempo raus und drängte die Isländerin so in die Führungsposition. So ging es auf die Zielgerade. Das Trio passierte die 400-m Marke knapp unter 61 Sekunden. Ausgangs der dritten Kurve wurde Sarah das Tempo dann etwas zu langsam und sie setzte zum Überholen an. Doch die Isländerin hielt zunächst dagegen. Durch diese Tempoverschärfung riss schnell eine Lücke zum Feld, nur die Belgierin Eyckens blieb den beiden auf den Fersen. Schulter an Schulter gingen Sarah und Anita in die letzte Kurve an deren Ausgang der erwartete Angriff von Renee Eyckens kam. Mit ihrem starken Antritt setzte sie sich schnell ab. Dahinter sprintete Sarah um die Silbermedaille. Diesen Sprint gegen die Titelverteidigerin Anita Hinriksdöttir entschied Sarah für sich. In 2:04,55 min. überquerte sie als neue europäische Vizemeisterin der Juniorinnen (U20) die Ziellinie.

Überglücklich genoss Sarah anschließend die Siegerehrung. Im letzten Jahr bei der U20-WM in Eugene äußerte Sarah den Wunsch, einmal bei einer großen internationalen Meisterschaft auf dem Siegerpodest stellen zu wollen. Ein knappes Jahr später erfüllte sich ihr Traum zum ersten Mal. Mit einem starken Finallauf, den sie weitestgehend mit gestaltete, krönte Sarah Schmidt nicht nur ihre diesjährige außerordentliche Saison und sondern bescherte dem LAZ Mönchengladbach und ihrem Stammverein der Turnerschaft Mönchengladbach-Neuwerk den größten sportlichen Erfolg.


Der Lauf als Video:

https://www.youtube.com/watch?v=TOcXTJh953I

Sarah im Interview:

https://www.youtube.com/watch?v=Vq3b75G3pgg


 

Kommentare

 
#2 Nummer 41 2015-07-19 14:45
Hallo Sarah,

wir haben mitgefiebert und sind mächtig stolz auf Dich ! ! !

Herzlichen Glückwunsch
:lol: :lol: :lol:
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#1 Christiane 2015-07-19 10:56
Liebe Sarah,
meinen herzlichsten Glückwunsch, eine tolle Leistung und ein riesen Erfolg - du kannst sehr stolz auf dich sein! :lol:
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